Vereinsgeschichte Teil 2: 1986 - 2010

1986
Die Fertigstellung des Fischerhauses in der Ehinger Straße in Warthausen kann fraglos als das herausragendste Ereignis dieses Jahres betrachtet werden. Mit Hilfe von großzügigen Geld- und Sachspenden konnte das Vereinsheim komplett ohne Kredite finanziert werden.

Am Spitzweiher wurde ein früherer Feldweg neu angelegt, sowie die Außenanlage neu gestaltet und bepflanzt. Im August wurde die Baugenehmigung für einen Pavillon erteilt.

Für den südlichen Baggersee Ummendorf konnte ein Pachtvertrag für 10 Jahre, für den nördlichen Teil (Badesee) für 12 Jahre abgeschlossen werden.

1987
1987 setzte sich die Vorstandschaft wie folgt zusammen:

  • 1. Vorsitzender: Ernst Schuster
  • 2. Vorsitzender: Anton Sälzle
  • Schatzmeister: Manfred Marquardt
  • Schriftführer: Hans-Joachim Schierok
  • Gewässerwarte: Bernd Maier, Peter Kehrle
  • Pressewart: Gerhard Mergele
  • Jugendwart: Josef Rautenstrauch

Um die Vorstandschaft in ihren vielfältigen Aufgaben zu unterstützen, wurde ein so genannter "sachbezogener Ausschuss" gegründet, der aus folgenden Mitgliedern bestand:

Michael Baumli, Walter Bolek, Klaus Bombosch, Bernhard Kuhn, Hans Kupke, Georg Mayer, Eugen Neuner, Franz Ruß, Wolfgang Schiller, Helmut Schöllhorn, Franz Schwarz, Herbert Segmehl und Josef Wurm.

Als ausgezeichnetes Angelgewässer bewies sich die Riß in diesem Jahr nicht zuletzt durch über 1.000 gefangene Forellen. Den Ausführungen des scheidenden Gewässerwarts Harald Seidel zufolge, waren an den Vereinsgewässern insgesamt ca. 1,5 t Fisch gefangen worden.

1988
Nach aufwändigen Arbeiten zur Befestigung der Uferzone und wohldurchdachten Besatzmaßnahmen zeigte sich der neue Gewässerwart Bernd Maier mit dem Zustand des Ummendorfer Badesees sehr zufrieden. Auch ließ sich an ausgezeichneten Fangergebnissen an der Riß ableiten, dass diese weiterhin ihrem Ruf als "Traumstrecke" mehr als gerecht wurde.

Mit viel Arbeitskraft und nicht unerheblichen finanziellen Investitionen konnte endlich der Abwasseranschluss für das Fischerhaus fertig gestellt werden.

1988 gelang es dem KSFV einen langjährigen Pachtvertrag für die Aufzuchtanlage "Ulmer Straße" abzuschließen, die sich in den folgenden Jahren als außerordentlich wichtig erweisen sollte.

1989
Die Nachfolge Ernst Schusters, der nach 12-jähriger Tätigkeit als 1. Vorsitzender des KSFV sein Amt niederlegte, wurde von Jörg Reiser angetreten. Harald Seidel übernahm nach dem Rücktritt von Hans Schierok die Position des Schriftführers. Für ihre Leistungen für den Verein wurden Ernst Schuster zum Ehrenpräsidenten und Hans Schierok zum Ehrenmitglied ernannt.

Die Forellenaufzucht entwickelte sich im Zusammenhang mit den Räucheraktionen zunehmend zu einem wesentlichen Faktor für die Vereinsfinanzen.

Der Spitzweiher wurde saniert und in den Aufzuchtanlagen hatten im Laufe des Jahres intensive Renovierungsarbeiten begonnen.

Das Fischerhaus erhielt eine Entlüftungsanlage, die Zufahrt wurde befestigt und das "Pumpenhaus" instand gesetzt. Von nun an konnte das Vereinsheim von Mitgliedern für Familienfeiern gemietet werden.

1990
Im Jahr 1990 gehörten dem Kreissportfischereiverein Biberach insgesamt 197 Mitglieder an. Diese setzten sich aus 173 Aktiven und 24 Passiven zusammen. 17 Mitglieder bildeten die Jugendgruppe, neun Mitglieder besaßen eine lediglich auf die Ummendorfer Seen bezogene Mitgliedschaft.

Nach langen Bemühungen um einen neuen Jugendwart konnte Rainer Forderer für dieses Amt gewonnen werden.

Um die Mitgliederverwaltung zu vereinfachen, sollten zukünftig die Beitragszahlungen mittels Abbuchungsermächtigung per Bankeinzug erfolgen.

1991
Der Wolfentalbach war nun in seiner gesamten Länge in Pacht. Die Bewirtschaftung des Gewässers wurde von der Jugendgruppe übernommen.

In effektiven Arbeitseinsätzen wurde neben diversen Bau- und Erhaltungsmaßnahmen in den Aufzuchtanlagen die Dammkrone am Spitzweiher abgetragen, sodass mehr Wind über den See streichen konnte. Grund hierfür war der Wunsch nach einer Verbesserung der Wasserqualität.

Die größten gefangenen Fische waren in diesem Jahr:

  • Bachforelle, 3100 g
  • Regenbogenforelle, 1500 g
  • Karpfen, 8000 g
  • Hecht, 6800 g
  • Zander, 3500 g

Harald Seidel trat erneut das Amt des Gewässerwarts an.

Die Idee der Beitragszahlung per Bankeinzug stieß nicht bei allen Mitgliedern auf fruchtbaren Boden. Zahlreiche Fischerfreunde sahen sich nach wie vor am liebsten als "Selbstzahler".

1992
Die Bemühungen des KSFV um mehr Fischereigewässer waren auch 1992 nicht von Erfolg gekrönt. Trotz engagiertem Einsatz wurde der Alberweiler Baggersee an die örtliche Feuerwehr verpachtet. Nachverhandlungen brachten wenigstens den Gegenwert von 1.000,- DM für den vor Jahren in der Hoffnung auf einen Pachtvertrag eingebrachten Fischbesatz. Von der Anpachtung des Pfaffenrieder Sees bei Konradsweiler wurde aufgrund von schlechter Wasserqualität, langen Anfahrtswegen und einem zu hohen Pachtpreis i. H. v. 10.000,- DM pro Jahr verzichtet.

Für die Vereinsarbeit, insbesondere für den Fischtransport, wurde ein neueres und leistungsstärkeres Vereinsfahrzeug mit Allradantrieb angeschafft. Benutzt wurde das Fahrzeug zunächst nur von Fahrern, die eine entsprechende Einweisung erhalten hatten.

Hermann Gleinser trat die Nachfolge des Jugendwartes Rainer Forderer an, der sein Amt aus beruflichen Gründen kurzfristig niederlegen musste.

Im August ereignete sich ein dramatisches Fischsterben in der Riss, dessen Ursache unbekannt blieb. Von den informierten Behörden erfolgten keine Rückmeldungen. Der kommissarische Gewässerwart Harald Seidel berichtete von einem Verlust von ca. 90 % des Rissbesatzes.

Die Beitragsordnung gestaltete sich 1992 wie folgt:

  • 300,- DM für aktive Mitglieder
  • 75,- DM für passive Mitglieder, Jugendliche, sowie Ehepartner von Vereinsmitgliedern
  • 150,- DM für Frauen, Wehr- bzw. Ersatzdienstleistende, Schüler, Studenten, Auszubildende, Senioren ab dem 65. Lebensjahr, "seebezogene Mitgliedschaft" Ummendorf
  • 15,- DM für Tageskarten für den Baggersee Ummendorf, sowie den Fuchsweiher
  • 5,- DM betrugen die Verwaltungskosten für "Selbstzahler"

Eine Aufnahmegebühr wurde in Höhe des jeweiligen Jahresbetrags fällig. Aktive männliche Mitglieder hatten pro Jahr 20 Arbeitsstunden zu leisten, aktive weibliche Mitglieder nur fünf. Für jede nicht geleistete Arbeitsstunde wurden dem entsprechenden Mitglied 15,- DM in Rechnung gestellt.

1993
Um nicht nur fischereilich interessante Besatzmaßnahmen durchzuführen, sondern wieder möglichst viele Fischarten heimisch werden zu lassen, wurde die Untere Riß in erster Instanz mit 200 Barben besetzt.

Beim Ablassen des Fuchsweihers konnten nur wenige Fische gezählt werden. Bei allen Fischarten waren zahlreiche Jahrgänge gar nicht vertreten. Eine Bodenuntersuchung brachte das ernüchternde Ergebnis: es wurde kein Leben mehr im Gewässergrund festgestellt.

Die Jugendgruppe begann mit dem Wiederaufbau der Äschenzuchtanlage in der Ulmer Straße und übernahm in Eigenregie die Pflege des "Anna-Weihers" beim Schloss Warthausen.

In Nachfolge von Paul Rohmer wurde Klaus Bombosch zum neuen Schatzmeister des KSFV gewählt.

Ende des Jahres wurde die "seebezogene Mitgliedschaft" für die Ummendorfer Seen aufgehoben. Die Ummendorfer Fischer konnten den Bagger- und Badesee fortan nur noch als Jahreskartenbesitzer befischen. Wie bereits seit einigen Jahren in Folge wurde der Baggersee auch 1993 mit Seeforellen besetzt. Man rechnete damit, diese Spezies ab 1995 nachhaltig befischen zu können.

1994
Da der Verein aufgrund der vorhandenen Gewässerflächen nicht mehr größer werden konnte, war es unmöglich, alle Bewerber für eine Mitgliedschaft zu berücksichtigen. Laut den gesetzlichen Bestimmungen durften pro Hektar Fließgewässer vier Jahreskarten, pro Hektar stehendes Gewässer fünf Jahreskarten ausgegeben werden. Die Warteliste wuchs.

Nachdem in den vergangenen Jahren immer wieder im Fischerhaus eingebrochen und randaliert worden war, wurde ein Bewegungsmelder mit Licht und Alarmsignal auf dem Gelände installiert.

Die sehr geringe Beteiligung der Mitglieder an Arbeitseinsätzen zwang den KSFV, die noch ausstehenden Renovierungsarbeiten an den Zuchtanlagen als Fremdauftrag zu vergeben.

1995
Zunehmend Sorge bereiteten dem Verein die wachsenden Kormoranbestände an der Riß. Bis zu 43 Vögel konnten bereits in einzelnen Schwärmen gezählt werden. Bei einem täglichen Fischbedarf von ca. 3 kg pro Kormoran war dies ein ernsthaftes Problem. Man könne die Tiere vertreiben, indem man nachts gegen ihre Schlafbäume schlage, hieß es von Seiten des Regierungspräsidiums Tübingen. Andere Bekämpfungsmaßnahmen seien nicht erlaubt.

Als "Problemgewässer" entwickelte sich der Wolfentalbach. Bei chemischen Untersuchungen lagen einige Werte deutlich über der Unbedenklichkeitsgrenze. Besatzmaßnahmen wurden aus diesem Grund nicht durchgeführt.

Mit 25 Mitgliedern stieß die Jugendgruppe an die Grenze ihrer Aufnahmekapazität. Erstmals mussten fortan auch Jugendliche auf die Warteliste gesetzt werden.

Es wurde geprüft, ob sich der von der Stadt Biberach verlangte Abriss des Pavillions am Spitzweiher verhindern ließe, wenn man dem Gebäude eine ausschließliche landwirtschaftliche Nutzung zuschreiben würde.

1996
Der Pachtvertrag für den Fuchsweiher bei Rot an der Rot konnte nicht verlängert werden. Der dortige Gemeinderat hatte beschlossen, das Gewässer an einen ortsansässigen Fischereiverein zu vergeben. Der Verlust des Weihers war nicht zuletzt deshalb sehr schmerzhaft, weil er erst kürzlich für viel Geld mit Besatzfischen bestückt worden war.

Zu den weiteren negativen Ereignissen des Jahres gehören ein erneuter Einbruch ins Fischerhaus, der von blindem Vandalismus geprägt war, sowie die Tatsache, dass Kormorane die Riß auf einer Länge von 10 km nahezu komplett von Fischen befreit hatten.

Erfreulich hingegen war die mit der Stadt Biberach ausgehandelte Pachtverlängerung um 12 Jahre für den Rot- und Wolfentalbach.

Die Jugendgruppe führte unter der Anleitung Markus Weißbrodt ihre Arbeit in der ehemaligen Äschenaufzuchtanlage in der Ulmer Straße fort. In 16 Arbeitseinsätzen waren insgesamt stolze 468 Stunden Arbeit geleistet worden.

Große Erfolge verzeichnete Hermann Gleinser mit seiner Casting-Gruppe. Bei den Verbandsmeisterschaften in Warthausen erarbeitete sich die Jugend des KSFV den Titel Mannschafts-Verbandsmeister. Bei den deutschen Meisterschaften in Saarbrücken errang Leander Gleinser den Titel des Deutschen Meistersin der Disziplin "Einhand weit - 7,5 g".

Mit der EVSwurden Verhandlungen zur Anpachtung des Illerkanals und des Stausees in Dettingen geführt.

Unter der Leitung von Hermann Gleinser fand erstmals der sogenannte Fischerkursstatt. Insgesamt 31 angehende Angler wurden über mehrere Abende auf die staatliche Fischerprüfung vorbereitet und erlernten den waidgerechten Umgang mit den Flossenträgern.

1997
Gleich zu Beginn des Jahres ereignete sich ein Schwelbrand im Fischerhaus, der vermutlich durch einen Hitzestau ausgelöst wurde. Von der Gebäudebrandversicherung wurde nur ein Teil des Schadens ersetzt. Die Eheleute Kraft übernahmen die Fischerhausbewirtung, nachdem Siegfried Birkholz dieses Amt aus beruflichen Gründen niederlegen musste.

Am Spitzweiher konnten zwei Hektar Land in direkter Angrenzung an das Gewässer erworben werden. Es wurde begonnen, sich Gedanken über eine Erweiterung des Weihers und die Lösung des Parkplatzproblems zu machen.

Das 1. Dettinger Fischerfest fand am 1. Mai im Hof des IKW 4 am Dettinger Stausee statt und galt fortan als größte und erfolgreichste Jahresveranstaltung des Vereins.

Beim Casting brachte der KSFV in diesem Jahr einen Verbandsmeister, einen Baden-Württembergischen Meister und einen Deutschen Meister hervor.

1998
Der Fischerkurs für die Vorbereitung zur Sportfischerprüfung hatte sich als fester Bestandteil des KSFV etabliert. Gemeinsam mit Walter Bolek, Peter Pulter und Markus Weißbrodt unterrichtete Kursleiter Hermann Gleinser nun regelmäßig einmal im Jahr die angehenden Fischer.

Im "Pumpenhaus" wuchsen unter der Aufsicht von Markus Weißbrodt Forelleneier zunächst prächtig heran. Nach dem Umsetzen in die Jugendanlage starben die Jungfische leider, als in einer heißen Sommernacht zu wenig Wasser kam.

Eine große Überraschung erlebte der Verein, als der Verpächter einer langen Rißstrecke die Verkaufsabsicht seines Fischereirechtes kundtat. Plötzlich war der KSFV in der Lage, ein sehr reizvolles Stück Fließgewässer in seinen Besitz zu bringen. Schnell war jedoch klar, dass man den immens hohen Preis nicht zahlen konnte. Es sollten bald aufreibende Überlegungen zum Erwerb eines Teilstückes und realistischen Finanzierungsmöglichkeiten beginnen...

1999
Am Freitag, den 16.04.1999 begann um 19:50 Uhr im Kolpinghaussaal in Biberach an der Riß eine Außerordentliche Hauptversammlungdes KSFV. Insgesamt 81 stimmberechtigte Mitglieder waren der Einladung gefolgt. Auf der Tagesordnung standen zwei Punkte:

  • Finanzierung des Kaufs von Fischereirechten an der Riß
  • Neufassung der Beitragsordnung ab 1. Juli 1999

Einen Monat zuvor war der Kaufvertrag zwischen dem Freiherrn Franz von Ulm-Erbach und dem Kreissportfischereiverein Biberach für ein ca. 3 km langes Teilstück der sogenannten "Unteren Riß" unterschrieben worden. Der Preis betrug 300.000,- DM. Der restliche Teil der Riß, der ursprünglich vom Verpächter verkauft werden sollte, verblieb im Besitz desselben und konnte weiterhin vom KSFV gepachtet werden. Im Verlauf der Versammlung wurde den anwesenden Mitgliedern ein "Bausteinprinzip" erläutert, mit welchem die hohen Kosten für den Erwerb des Fischereirechts in einem überschaubaren Rahmen gehalten werden konnten. Jeder Baustein war mit einem Wert von 100,- DM ausgezeichnet. Mitglieder konnten - je nach ihrer finanziellen Situation - eine individuelle Anzahl Bausteine "erwerben", deren Werte bei zukünftigen Jahreshauptversammlungen Stück für Stück nach dem Losprinzip zurückerstattet werden sollten. Die Mitglieder zeigten sich mit dem Bausteinprinzip einverstanden. Bei der anschließenden Abstimmung über eine Neufassung der Beitragsordnung einigte man sich eindeutig auf eine Erhöhung der Beiträge. Der Jahresbeitrag für ein aktives Mitglied ab dem 18. Lebensjahr betrug ab Juli 1999 somit 600,- DM. Die Beiträge für alle anderen Mitgliedschaften wurden ebenfalls angehoben.

Durch die "Bausteinzeichnung" von 36 Mitgliedern kamen insgesamt 60.000,- DM zusammen. Das restliche fehlende Kapital für den Rißerwerb wurde mittels eines Bankdarlehens freigesetzt, das für 10 Jahre mit einem Zinssatz von 5% festgeschrieben werden konnte.

Beim Fischerhaus wurde von den Mitgliedern Franz Kehrle, Matthias Kraupatz, Christian Natterer und Manfred Pfitscher eine Grillhütte errichtet, als deren "geistiger Vater" Harald Seidel galt.

Der Pachtvertrag für den Illerkanal und den Dettinger Stausee war unter Dach und Fach. Für beide Gewässer konnten Jahreskarten verkauft werden.

2000
Anders als im Jugendbereich wurden im Jahr 2000 keine Anträge auf aktive Mitgliedschaft von volljährigen Personen gestellt. Eine Warteliste bestand nicht mehr.

Die ersten 75 Bausteine für den Rißerwerb wurden während der Jahreshauptversammlung nach dem Losverfahren an Mitglieder zurückgezahlt.

Für die Riß im Besitz des Freiherrn von Ulm-Erbach konnte ein neuer Pachtvertrag mit einer Laufzeit bis zum 31.12.2011 abgeschlossen werden, der auch ein Vorkaufsrecht für den KSFV beinhaltete.

Im Fischerhaus waren deutlich weniger Stammtischbesucher als üblich zu verzeichnen. Bei gleichbleibenden Kosten für den Fischerhausbetrieb begann man sich über diesen Umstand Sorgen zu machen.

2001
Die Aufzuchtanlagen des KSFV arbeiteten nicht zuletzt durch den Einsatz engagierter Anlagenbetreuer mehr als zufriedenstellend. Es wurden gute Erträge erzielt.

Nach wie vor ließ die Frequentierung des Fischerhauses deutlich zu wünschen übrig. Es wurde über verschiedene Konzepte nachgedacht, die einen Besuch des Vereinsheims für Mitglieder attraktiver machen sollten.

Dem Verein standen im Jahr 2001 insgesamt 65 Hektar stehende Gewässer und 26,8 km Fließgewässer zur Verfügung.

Der Fischerkurs konnte mit 37 Absolventen zwar als erfolgreich bezeichnet werden, jedoch wurde er von einem tragischen tödlichen Bahnunfall eines Kursteilnehmers überschattet.

2002
Harald Seidel legte das Amt des Gewässerwarts nieder. Für 30jährige Vereinszugehörigkeit und engagierte Tätigkeiten im Vorstand wurde ihm vom 1. Vorsitenden Jörg Reiser die Ehrenmitgliedschaft verliehen. Der Einsatz eines neuen Gewässerwarts wurde auf das Jahr 2003 verschoben. Bis dahin sollten die entsprechenden Anlagenbetreuer in Eigenregie arbeiten.

Der Förderverein des KSFV Biberach e.V. mit Jörg Reiser als 1. Vorsitzenden wurde ins Leben gerufen.

Uwe Katz trat dem Ausbildungsteam des Fischerkurses bei.

Zwar glückte Hermann Gleinser in diesem Jahr der Aufbau einer neuen Casting-Mannschaft, jedoch waren die Erwartungen zu hoch angesetzt und Erfolge blieben zunächst aus.

Erstmals war der KSFV mit einer eigenen Homepage unter www.ksfv-biberach.deim Internet vertreten.

Planungen für einen Umbau bzw. eine Erweiterung des Spitzweihers waren in vollem Gange. Für dieses Vorhaben, das im Jahr 2003 starten sollte, wurde vom Regierungspräsidium Tübingen ein Zuschuss i. H. v. 15.000,- € zugesagt.

2003
Die Arbeiten am Spitzweiher hatten begonnen. Nachdem ein neuer Ablaufgraben ausgebaggert worden war, konnte im Juni der Aushub der westlichen Erweiterung fertig gestellt werden. Ein zweiter Bauabschnitt würde folgen. Seine Fertigstellung war für Herbst 2004 geplant. Sollte der Termin nicht eingehalten werden können, wäre der Zuschuss des RP Tübingen in Gefahr.

Bei den Wahlen während der Jahreshauptversammlung wurden Johannes Behringer und Josef Rautenstrauch zu gleichberechtigten Gewässerwarten gewählt. Hubert Mensch übernahm am gleichen Abend das Amt des 2. Vorsitzenden.

Mit über 1.000 geleisteten Arbeitsstunden stellte die Jugendgruppe all ihre bisherigen Rekorde in den Schatten. Fortführende Arbeiten in der Jugendanlage, sowie die Mitwirkung beim Ostermarkt und dem Tag des Waldes standen im Vordergrund.

2004
Nach 15 Jahren aufopfernder Arbeit als 1. Vorsitzender legte Jörg Reiser sein Amt nieder. Für sein großes Engagement und 20 Jahre Vereinszugehörigkeit wurde ihm von seinem einstimmig gewählten Nachfolger Hubert Mensch die Ehrenpräsidentschaft des KSFV verliehen. 2. Vorsitzender wurde in diesem Jahr Roland Scherff.

Den wichtigsten Teil der Vereinsarbeit 2004 stellte ohne Frage die Fertigstellung des Spitzweihers dar. Im zweiten Bauabschnitt wurde der noch bestehende Damm entfernt und mit dessen Aushub das erweiterte Gelände modelliert. Beim Herrichten des Vorplatzes mussten einige Nadelbäume gefällt werden, die von Schädlingen befallen waren. Dem Anfischen am "neuen" Spitzweiher im Juni 2005 stand nun nichts mehr im Wege.

Mit dem Forstamt Ochsenhausen wurde über einen Pachtvertrag für den Holzweiher bei Füramoos verhandelt. Dieses Gewässer sollte dem KSFV ausschließlich zur Aufzucht dienen.

Die Casting-Mannschaft stieg langsam wieder zur gewohnten Größe auf. Während der Teilnahme an insgesamt 11 Turnieren konnten drei Bronze- eine Silber- und eine Goldmedaille erkämpft werden.

2005
Großangelegte Sanierungsarbeiten in der Zuchtanlage Ulmer Straße hatten begonnen. Um die Anlage für die angestrebte EU-Zulassung "in Schuss" zu bringen, wurden an mehr als 20 Samstagen Arbeitseinsätze zur Erneuerung der Beckenbegrenzungen veranstaltet. Der Erstbesatz der neuen Zuchtbecken war für Anfang 2006 geplant.

Für 40jährige Treue zum Verein und tatkräftige Mithilfe bei den Räucheraktionen und vielem mehr wurde Eugen Neuner vom 1. Vorsitzenden Hubert Mensch zum Ehrenmitglied des KSFV ernannt.

Am 17.07.2005 wurde der "neue" Spitzweiher eingeweiht. Hubert Mensch begrüßte 30 geladene Gäste zur Präsentation des Gewässers und dessen Erweiterung um ein Laich- und Aufzuchtbiotop. Zu den Gästen zählten unter anderem:

  • Walter Boscher, Ortsvorsteher von Ringschnait
  • Wolfgang Willar, Präsident des Landesfischereiverbandes Südwürttemberg-Hohenzollern
  • Dr. Maier, Landesgewässerwart
  • Dr. Konrad vom Regierungspräsidium Tübingen

Mit einer kleinen Info-Veranstaltung für interessierte Besucher wurde die Präsentation des Spitzweihers abgeschlossen.

Die Vereinshomepage wurde komplett überarbeitet und erweitert. Von nun an konnte sie den Mitgliedern als verlässliche und stets aktuelle Informationsquelle dienen und sollte auch für potenzielle Neuzugänge alle wissenswerten Daten und erforderlichen Formulare in übersichtlicher Form bereithalten.

Der nach wie vor gut besuchte Fischerkurs konnte in diesem Jahr nur zwei von 27 Teilnehmern nicht zum Bestehen der Fischerprüfung verhelfen. Das Ausbilderteam erfuhr durch das Vereinsmitglied Gerhard Reinarz erneut Verstärkung.

Aus der Zuchtanlage in der Ehinger Straße wurden bei einem nächtlichen Einbruch wenige Wochen vor der Weihnachtsrauchaktion ca. 700 Regenbogenforellen gestohlen. Das Einschalten der Polizei blieb im Hinblick auf eine Aufklärung leider erfolglos.

2006
Hermann Gleinser trat aus beruflichen Gründen vom Amt des Jugendwarts zurück. In Zukunft sollten sich Achim Janu und Bernhard Kehrle die Leitung der Jugendgruppe teilen.

Um das vakante Amt des 2. Vorsitzenden auszufüllen, beendete Roland Sauter seine Arbeit als Schriftführer, die nun von Achim Rittmeyer weitergeführt wurde. Udo Bäuerle übernahm als Nachfolger von Johannes Behringer das Amt des Gewässerwarts.

Für die Obere und Mittlere Riß, sowie für den Tannwinkelweiher konnten neue Pachtverträge abgeschlossen werden. Diese wichtigen Gewässer waren nun für weitere 12 Jahre sicher in Vereinshand.

Noch immer war es nicht gelungen, die Zuchtanlage in der Ulmer Anlage komplett zu sanieren. Ein Großteil der von den Mitgliedern zu leistenden Arbeitsstunden waren im Jahre 2006 in dieses Projekt eingeflossen. Unter der Federführung von Harald Seidel sollte die Fertigstellung bis zum kommenden Jahr realisiert werden.

Im Schlossgut Warthausen konnte ein Lagerraum mit etwa 80 m2Fläche angemietet werden. Endlich war der KSFV in der Lage, Gegenstände, die im Verlauf des Jahres an den verschiedensten Orten benötigt wurden, ohne Platzmangel zentral einzulagern.

Der Innenbereich des Fischerhauses wurde komplett renoviert. Die Wände und Decken erhielten einen neuen Anstrich, sichtbares Holz wurde frisch lasiert und neue Lampen in Gastraum und Küche angebracht. Durch Bernhard Kuhn und die Unterstützung der Wölfle GmbH in Ochsenhausen wurde eine Wärmerückgewinnungsanlage auf dem Dachboden des Fischerhauses installiert, die fortan für eine ausreichende Durchlüftung und angenehme Temperaturen im Gastraum sorgen sollte.

Beim Casting wurden die Geschwister Annemarie und Krisztina Oszvald in ihrer Altersklasse Verbandsmeister und Baden-Württembergische Meister.

2007
Jörg Reiser, Ehrenpräsident des KSFV, verstarb nach 22jähriger Vereinszugehörigkeit im Alter von 67 Jahren infolge einer schweren Krankheit.

Die letzten "Bausteine", die zinslose Mitgliederdarlehen zum Kauf der unteren Rißstrecke von 1999 darstellten, konnten in diesem Jahr komplett ausgezahlt werden.

Dem KSFV wurde die Anpachtung des Eisweihers in Warthausen angeboten. Ohne eine großangelegte Entschlammung konnte das Gewässer jedoch nicht als fischereilich nutzbar angesehen werden. Viele Überlegungen zur Lösung des Problems sollten folgen...

Der Hegeverbund Riß e.V., dessen Entwicklung von Seiten des KSFV durch Harald Seidel und Walter Bolek vorangetrieben worden war, wurde in das Vereinsregister des Amtsgerichts Biberach eingetragen. Zweck dieses übergeordneten Vereins sollte das Vertreten der Anliegen aller angeschlossenen Fischereivereine gegenüber Behörden und somit auch die Mithilfe bei der Schaffung einer durchgängigen Riß sein. Die nachhaltige Verbesserung der Wasserqualität, sowie deren regelmäßige Kontrolle durch chemische und biologische Untersuchungen waren weitere Ziele der jungen Gemeinschaft. Neben einem Privatpächter an der Riß bildeten folgende Vereine den Hegeverbund Riß e.V., als dessen 1. Vorsitzender Harald Seidel fungierte:

  • KSFV Biberach
  • FV Dellmensingen
  • FV Erbach
  • AV Lindenweiher
  • FV Obersulmetingen
  • FV Riß 1925
  • FV Risstissen
  • FV Schemmerberg

Im laufenden Jahr wurde unter Beteiligung aller angeschlossenen Vereine ein Versuch gestartet, in dem farblich markierte Forellen Aufschluss über ihr Wanderverhalten innerhalb der Riß geben sollten.

Im Hof rund um das Fischerhaus wurden Pflastersteine verlegt und der Hang zur Ehinger Straße hin befestigt. Das Erscheinungsbild der Vereinsheimumgebung verbesserte sich hierdurch deutlich.

Das Maifest in Dettingen konnte erstmals nicht stattfinden, da Renovierungsarbeiten am IKW 4 im Gange waren, die auch das komplette Ablassen des Stausees beinhalteten.

2008
Die Gastangler-Regelung trat in Kraft. Aktive Mitglieder hatten fortan die Möglichkeit, befreundete Personen gegen Zahlung eines bestimmten Betrages zum Angeln an allen Vereinsgewässern mitzunehmen.

Ein Beschluss der Vorstandschaft verbot das Rauchen im Fischerhaus. Unter anderem erhoffte man sich hierdurch eine stärkere Frequentierung des Vereinsheimes während der Freitags- und Sonntagsstammtische.

Nach dem Ausscheiden Achim Janus aus der Jugendleitung erfuhr Bernhard Kehrle durch Bodo Vetter wichtige Unterstützung in der Betreuung der jugendlichen Mitglieder.

Die 900-Jahr-Feiervon Warthausen sollte sich zum "geflügelten Wort" des Jahres 2008 entwickeln. Die Präsenz des KSFV während dieses Festes wurde als überaus wichtig angesehen, da sich hier die einmalige Gelegenheit bot, den Bekanntheitsgrad des Vereins nicht nur innerhalb der Gemeinde erheblich zu vergrößern. Andererseits sollte der Verkauf der üblichen Fischprodukte im Rahmen dieser schwer zu kalkulierenden Großveranstaltung einen immensen logistischen Aufwand bedeuten. Letztendlich wurden die Aufgaben gemeistert und die Mitgestaltung des Festes konnte mit Hilfe vieler engagierter Mitglieder erfolgreich zu Ende gebracht werden. Aufgrund des hohen Arbeitsaufwandes wurde in diesem Jahr auf die Durchführung des Maifestes in Dettingen verzichtet.

Es begannen Verhandlungen über eine Anpachtung des Eisweihers in Warthausen. Die notwendige Entschlammung des Gewässers auf Kosten des Eigentümers rückte in greifbare Nähe.

Die im vergangenen Jahr begonnenen Pflasterarbeiten am Fischerhaus konnten soweit fertiggestellt werden. Gleichzeitig wurde das Pumpenhausgelände geebnet und ein Teil desselben ebenfalls gepflastert.

Nach zahlreichen Sitzungen und außerordentlichen Planungstreffen war endlich ein Anbau am Fischerhaus realisiert worden. Südseitig hatte das Gebäude inkl. Dachstuhl eine Verlängerung um gute 3,50 Meter erfahren. Der Anbau erlaubte sowohl einen Zugang durch die Küche, als auch von außen. Die gewonnene Fläche war u. a. als Lagerraum und Standort für weitere Kühlschränke und Spüleinrichtungen gedacht. Für größere Veranstaltungen und die Rauchaktionen war somit endlich ein massives Platzproblem gelöst worden. Eine Ausstattung des Anbaus mit Edelstahlschränken, sowie eine Neueinrichtung der bestehenden Küche sollten im kommenden Jahr folgen.

Da die EnBW umfangreiche Sanierungsarbeiten am Illerkanal und dem Dettinger Stausee geplant hatte, war keine Verlängerung des kommenden Jahres auslaufenden Pachtvertrages in Sicht. Für den KSFV brach nun mit dem Verlust der Möglichkeit des Jahreskartenverkaufs ein wichtiges finanzielles Standbein weg.

2009
Nach umfangreichen Verhandlungen mit dem Bezirksfischerei-Verein Ehingen konnte ein 12-jähriger Pachtvertrag für die Donau zwischen Rottenacker und Ehingen abgeschlossen werden. Das reizvolle Fließgewässer sollte auf einer Strecke von 9 km fortan von beiden Vereinen im Rahmen einer Pachtgemeinschaft gleichberechtigt befischt werden. Für die Mitglieder des KSFV bedeutete dies einen sehr hochwertigen Ersatz für die im vergangenen Jahr verlorene Iller.

Der Anbau am Fischerhaus wurde durch Unterstützung der Wölfle GmbH in Ochsenhausen mit einer Edelstahleinrichtung ausgestattet. Wenig später konnte ein großer Teil der alten Küche durch neue Möbel ersetzt werden. Für den Außenbereich brachte das Jahr 2009 ebenfalls einige Veränderungen mit sich. Die Firma Metallbau Webererrichtete einen großzügigen Freisitz, der später in eigener Regie überdacht wurde. Eine Plane für die Seitenwände der Konstruktion sollte der Räuchergruppe zukünftig ausreichend Schutz vor Witterungseinflüssen bieten. Es folgten ein Neuanstrich der Fischerhausfassade und die Einzäunung des Geländes, die mit einem soliden Hoftor harmonisch abgerundet wurde.

Nachdem die Durchführung des traditionellen Maifestes in Dettingen nicht mehr möglich war, fand auf dem Fischerhausgelände erstmals das KSFV Sommerfeststatt, das trotz des wechselhaften Wetters einige Gäste anlockte und dem Verein ein sehr positives Feedback einbrachte. Deutlich weniger erfolgreich verlief unsere Teilnahme am "Tag der Offenen Tür" der Bundeswehrkaserne in Ummendorf. Mit einem enormen logistischen Aufwand und einer großen Anzahl arbeitswilliger Helfer hatte man den Appetit der Festbesucher leider zu hoch eingeschätzt und musste sich mich einer bescheidenen Bilanz zufrieden geben.

Mit 25 Mitgliedern erreichte die Jugendgruppe unter der Leitung von Bodo Vetter und seinem Helfer Bernhard Kehrle in diesem Jahr eine beachtenswerte Stärke.

2010
Mit dem Einbau neuer Fenster im Fischerhaus konnten die Renovierungsarbeiten am Vereinsheim erfolgreich abgeschlossen werden.

Im Rahmen einer Satzungserweiterung wurde u. a. die Anzahl der möglichen Beisitzer im Vorstand von drei auf fünf Personen erhöht. Gleichzeitig gewann der KSFV mit Philipp Steiner und Peter Zachert zwei neue Beisitzer, deren Aufgabe zukünftig die Organisation der Arbeitseinsätze sein sollte.

Während der Osterfeiertage kam es nach langer Zeit mal wieder zu einem Einbruch im Fischerhaus. Gestohlen wurden lediglich ein paar wenige Euro Wechselgeld und etwas Bier. Auf den recht hohen Reparaturkosten für die mit brachialer Gewalt zerstörte Eingangstür blieb der KSFV leider sitzen, da kein entsprechender Versicherungsschutz bestand.

Zum 50-jährigen Bestehen des Kreissportfischereivereins Biberach e.V. wurde im Sommer ein Jubiläumsfest auf dem Gelände des Fischerhauses veranstaltet, zu dem u. a. auch befreundete Fischereivereine und Vertreter verschiedener Gemeinden eingeladen worden waren. Vor allem seitens der eigenen Mitglieder war jedoch nur eine spärliche Akzeptanz für die Feier zu spüren, woraufhin sich der Vorstand dazu entschloss, kommende Sommerfeste in kleinerem Rahmen zu planen.

Der Pachtvertrag für die Fließgewässer der Jugendgruppe konnte um weitere 12 Jahre verlängert werden.

- HS/AR

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Die hier niedergeschriebene Vereinsgeschichte kann auch im Downloadbereich heruntergeladen werden.

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